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F9-Tarnfarben erklärt

Ein F9-Ton sieht aus wie ein normaler RAL-Ton. Der Unterschied liegt in dem Licht, das man mit bloßem Auge nicht sieht.

Was F9 bedeutet

RAL F9 ist die Sammlung der Tarnfarben der Bundeswehr. Die Kennung F9 hinter der RAL-Nummer zeigt, dass ein Farbton zu dieser Reihe gehört, zum Beispiel RAL 9021-F9 Teerschwarz. Für jeden Ton gibt es bei RAL ein verbindliches Farbmuster, das Farbmessstellen und Lackhersteller als Vorlage nutzen.

Die Farbtöne

Der bekannte Dreifarben-Tarnanstrich besteht aus RAL 6031-F9 Bronzegrün, RAL 8027-F9 Lederbraun und RAL 9021-F9 Teerschwarz. Für Einsätze in Wüstengebieten kommen hellere Töne dazu, etwa RAL 1039-F9 Sandbeige, RAL 1040-F9 Lehmbeige, RAL 6040-F9 Helloliv, RAL 7050-F9 Tarngrau und RAL 8031-F9 Sandbraun.

Warum auch das Infrarot zählt

Bei einem normalen RAL-Ton ist nur festgelegt, wie die Farbe für das Auge aussieht. Bei F9-Tönen ist zusätzlich festgelegt, wie die Oberfläche Licht im nahen Infrarot zurückwirft. Das Farbmuster enthält dafür eine Remissionskurve. So fällt ein Fahrzeug oder Gerät auch durch ein Nachtsichtgerät nicht als dunkler Fleck vor Bäumen und Büschen auf.

Deshalb lässt sich ein F9-Ton nicht einfach aus einem normalen Lack nachmischen, der für das Auge gleich aussieht. Es braucht einen Lack, der für diesen Zweck pigmentiert ist.

Worauf es beim Beschichten ankommt

  • Lack nach Vorgabe: Welches Lacksystem und welcher Hersteller verwendet wird, gibt meist der Auftraggeber vor. Wir verarbeiten den Lack nach Datenblatt.
  • Matt und gleichmäßig: Tarnanstriche sind matt. Glanzstellen oder Läufer fallen auf und stören die Tarnwirkung.
  • Maskieren: Passflächen, Gewinde und Kontaktstellen bleiben nach Zeichnung frei.
  • Vorbehandlung: Wie bei jeder Beschichtung hält der Lack nur auf einer sauberen, passend vorbehandelten Oberfläche. Mehr dazu unter Vorbehandlung.

Ehrlich gesagt

Bei Militärprodukten gibt es oft genaue Vorgaben zu Lacksystem, Schichtdicke und Prüfungen. Schicken Sie diese am besten gleich mit der Anfrage. Dann klären wir vor Auftragsbeginn, was wir wie umsetzen und nachweisen.

Mehr dazu: Wehrtechnik und F9-Tarnfarben.

Allgemeine Erklärung, kein Gutachten. Normangaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung. Die finale Beurteilung machen wir am Teil.

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