Das Prinzip
Beim Pulverbeschichten wird kein flüssiger Lack gespritzt, sondern ein feines Pulver. In der Pistole wird es elektrostatisch aufgeladen. Das Teil ist geerdet und zieht die Pulverteilchen an. Sie folgen den Feldlinien und legen sich auch um Kanten und auf abgewandte Flächen.
Danach fährt das Teil in den Ofen. Dort schmilzt das Pulver, verläuft zu einem geschlossenen Film und härtet aus. Bei uns läuft das über einen Kettenförderer mit Durchlaufofen.
Was Pulver gut kann
- Eine Schicht statt mehrerer Lackgänge
- Mechanisch deutlich belastbarer als Nasslack
- Lösemittelfrei
- Gleichmäßige Schichtdicke über eine ganze Serie
- Saubere Kantenabdeckung
Was das Teil mitbringen muss
Es muss Strom leiten. Ohne Erdung hält das Pulver nicht am Teil. Holz, MDF und Kunststoff scheiden deshalb aus.
Es muss die Hitze aushalten. Pulver wird bei bis zu 230 °C eingebrannt. Was am Werkstück bleibt, muss mindestens 200 °C über 2 Stunden aushalten. Gummidichtungen, Kunststoffgriffe, Kabel und Elektronik schaffen das meist nicht und müssen vorher ab.
Ehrlich gesagt
Tiefe Innenecken schirmen das elektrische Feld ab. Dort wird die Schicht dünner. Sondertöne, die nicht auf Lager sind, gibt es beim Pulverhersteller nur mit Mindestmenge. Bei einem einzelnen Teil in einem seltenen Ton ist Nasslack dann oft die bessere Wahl.
Welches Verfahren zu Ihrem Teil passt, zeigt Ihnen unser Beschichtungsberater. Mehr zu unserer Anlage: Pulverbeschichtung in Berlin.
Allgemeine Erklärung, kein Gutachten. Normangaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung. Die finale Beurteilung machen wir am Teil.
